Donnerstag, 18. Dezember 2014

Schwups – nun ist das Jahr 2014 schon beinahe rum...

Zunächst also ein kurzer Rückblick - zurück zum Anfang: 
Was mit einem runden Tisch im Januar und einer gehörigen Portion Frust und Ärger der Bike-Community seinen Anfang nahm, entwickelte sich im Laufe des Jahres von einer losen Interessengemeinschaft mit guten Ideen zu einer mittlerweile sehr gut organisierten DIMB IG Erlangen mit klaren Zielen und einem (ambitionierten) Arbeitsprogramm.

Mountainbiker sind bekanntlich Individualsportler, es ist uns dennoch gelungen, eine große Anzahl an motivierten und kompetente Leuten, die etwas tun möchten in der IG zu versammeln – obwohl dieses „Tun“ nach außen noch nicht so sichtbar ist, wie wir uns das wünschen würden. (Weitere Infos zu unseren Projekten gibt’s in unserem Dezember-Newsletter).

Das wichtigste Projekt, in das wir sehr viel Zeit und Gehirnschmalz investieren, ist die Erarbeitung eines Konzeptes, welches Lösungsansätze sowohl für die verschiedenen Gebiete in und um Erlangen beinhaltet, als auch die verschiedenen Spielarten des Mountainbikens (Tourenfahren, Downhill/Freeride, Dirtjump) berücksichtigt.
Wir sind der Überzeugung, dass nur ein ganzheitlicher Ansatz unter dem Motto „Angebote statt Verbote“ mit einem Minimum an Reglementierung, aber unter Berücksichtigung sowohl juristischer als auch naturschutzrechtlicher Aspekte letztlich zu einer für alle Anspruchsgruppen akzeptablen Lösung führen wird.
Das Konzept haben wir am 9. Dezember verschiedenen in Erlangen ansässigen Verbänden und Vereinen vorstellt, um von diesen ein Feedback zu unserer Arbeit zu erhalten und sie als Unterstützer zu gewinnen. Doch nicht nur Vertreter etablierter Vereine, sondern auch weniger organisierte Sportler verschiedener Altersgruppen waren anwesend – sie sind von den Verboten ebenso betroffen und an Lösungen interessiert.
Nach dieser Sitzung können wir mit einem positiven Ausblick in das Jahr 2015 starten. Die Resonanz war sehr positiv. Uns wurde nicht nur eine breite Unterstützungsbereitschaft signalisiert, wir haben auch sehr gute inhaltliche Anregungen erhalten, die wir nun in das Konzept einarbeiten werden.
Im Februar werden wir unser Konzept im Rahmen eines weiteren Runden Tisches mit der Stadt und dem Landkreis vorstellen und erläutern, wie eine konkrete Lösung für die Mountainbiker hier in Erlangen aussehen kann und wie sie umgesetzt werden soll.
Wer sich schon einmal mit der Situation im Tennenloher Forst auseinandergesetzt hat weiß, es sind dicke Bretter, die es zu bohren gilt. Es mag eine Weile dauern, aber wir bleiben dran, da wir überzeugt sind, der Einsatz lohnt sich!

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an alle, die uns bei unserer Arbeit unterstützen!
Wir wünschen Euch einen guten Rutsch und ride on!

Eure DIMB IG Erlangen

Samstag, 6. Dezember 2014

Jan und Tobi - Ein Blick in die Erlanger Dirt Szene

“Mountainbiken ist für mich das Größte im Leben.” sagt Tobi, einer von zwei jugendlichen Bikern aus Erlangen, die für unsere Interviewserie Rede und Antwort gestanden haben. Herausgekommen ist ein spannendes Interview das zeigt, dass “die Jugend von heute” keinesfalls hinter dem Computer versauert, sondern mit Leidenschaft ihren Sport ausüben möchte - und durchaus auch bereit ist, Verantwortung für die Pflege und Instandhaltung von Wegen zu übernehmen.

Wer seid ihr und was macht ihr?
Jan: Ich bin Jan, siebzehn Jahre alt und besuche momentan die zwölfte Klasse des Erlanger Ohm-Gymnasiums. Ich liebe es Rad zu fahren und Trails, sowie Jumps zu bauen. Ansonsten mache ich gerne Bike-Videos mit Freunden. Kürzlich habe ich erst mit Freunden ein kleines Gopro-Video von der BMX-Bahn beim Easthouse gedreht.
Tobi: Ich bin Tobi, sechzehn Jahre alt und wohne ebenfalls in Erlangen.
Wie lange fahrt ihr denn schon Mountainbike?
Jan: Ich fahre erst seit circa anderthalb Jahren wirklich aktiv Rad. Seit ich mir 2013 mein NS Bikes Dirt Bike gekauft habe.
Tobi: Ich fahre seit ich dreizehn bin Mountainbike, also seit drei Jahren.
Welchen Stellenwert hat Mountainbiking in eurem Leben, was bedeutet es für euch?
Jan: Es bildet einen wichtigen Teil meines Lebens, den ich als Ausgleich zum Schulstress benötige. Außerdem macht es einfach Spaß, mit Freunden zu fahren und sich sportlich zu betätigen!
Tobi: Mountainbiken ist für mich das Größte im Leben. Es bedeutet für mich Spaß haben mit Freunden und abschalten vom Schultag.
Wo sind denn eure "Hot Spots"?
Jan: Ich fahre viel an der BMX-Bahn am Easthouse und soweit möglich fahre ich am Rathsberg, da dies der perfekte "Home Spot" für mich ist. Ansonsten fahre ich gerne in Osternohe oder anderen Bikeparks downhill.
Tobi: Tennenloher Forst, Meilwald und Rathsberg

Foto © Schaltwerk Productions
 Haben euch die Trail-Sperrungen oder Kontrollen der letzten Zeit betroffen, was denkt ihr darüber? 
Jan: Ja, denn in der Off-Season und auch sonst immer macht es Spaß, einen leicht erreichbaren Ort zu haben, an dem man fahren kann, um für das nächste Rennen zu trainieren.
Tobi: Ja haben sie. Meine ganzen Hometrails sind davon betroffen. Ich denke, dass man nicht einfach von einem auf den anderen Tag einen kompletten Hobbybereich sperren kann.

Hattest ihr schon mal "Ärger" im Wald - falls ja, warum - falls nein, warum nicht?
Jan: Nein, da ich normalerweise auf legalen Trails fahre.
Tobi: Nein hatte ich noch nicht.
Wie wünscht ihr euch denn die Zukunft unseres Sports - auch in Anbetracht dessen, dass Verbote gegen MTBler mit steigender Beliebtheit des Sportes immer häufiger auch in anderen Regionen Deutschlands und Europas zu beobachten sind?
Jan: Ich wünsche mir, dass noch mehr Leute Radfahren für sich entdecken und dass die Sperrungen von Wäldern wieder zurückgehen. Radfahren wird immer populärer, wodurch eine größerer Bedarf an Fahrmöglichkeiten entsteht, welche auch die Stadt Erlangen irgendwann wieder ermöglichen muss. Ansonsten wird dies vermutlich auch ohne Erlaubnis geschehen. Außerdem wünsche ich mir bessere Dirt Jump- Möglichkeiten in Erlangen.
Wieviele Jungs in welcher Altersverteilung gibt es wohl, die am und um den Rathsberg Abfahrten bauen?
Tobi: Fünf Jugendliche im Alter von vierzehn bis achtzehn Jahren.
Wie lässt sich die verkorkste Situation aus eurer Sicht lösen, wie kann man die Downhiller und Freerider zufriedenstellen?
Tobi: Evtl. eine vorgesehene Strecke für Downhiller und Freerider.
Mal provokativ, warum seid Ihr nicht damit zufrieden am Kanal entlang zu radeln?
Tobi Weil man da keine Abwechslung hat und es einen nicht fordert.
Gibt es viele Verletzungen / Stürze bei Euch?
Tobi: Mir blieben bis jetzt größere Stürze erspart. Nur halt mal vom Pedal abgerutscht oder in der Kurve.

Foto © Schaltwerk Productions
Die Waldbesitzer haben große Angst verklagt zu werden, wenn es zu Unfällen kommt und Sie gebaute Strecken in Ihren Wäldern dulden - was sagst Du dazu?
Tobi: Die Angst ist schon nachvollziehbar. Man könnte ja ein Schild aufhängen auf dem darauf hingewiesen wird, dass das Fahren auf eigene Gefahr erfolgt. 
 Wenn attraktive Angebote wie z.B. ein Trailnetz oder eine neue Downhillstrecke geschaffen würden, wärt Ihr bereit, Euch dafür zu engagieren? Z.B. bei der Trailpflege mitzumachen?
Tobi: Defintiv Ja.
Mountainbiker, insbesondere jüngere, sind nicht in Vereinen organisiert - gebt uns doch mal einen Tipp, wie wir Euch erreichen und über unsere Aktionen informieren können.
Tobi: Hauptsächlich durch Videos oder Facebook. Super wären auch Events, z.B. gemeinsame Ausfahrten oder mal ein Besuch im Bikepark.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Polizeiliche Ermittlungen wegen Sachbeschädigung am Rathsberg

Die Situation am Erlanger Rathsberg verkompliziert sich weiter. Nach uns vorliegenden Informationen hat die Polizei Erlangen Ermittlungen wegen Sachbeschädigung am Rathsberg aufgenommen. Nach inoffiziellen Berichten wurden auf dem zum Landkreis gehörigen Gebiet westlich der Rathsberger Straße mehrere "Durchfahrt Verboten" Schilder zerstört. Neben von Privatwaldbesitzern angebrachten Schildern handelt es sich auch um ein offizielles vom LRA Erlangen Höchstadt angebrachtes Fahrradverbotsschild. Dieses Schild ist nun Gegenstand der Untersuchungen.
Sachbeschädigung ist kein geeignetes Mittel, um Unzufriedenheit kund zu tun. Wir von der DIMB IG Erlangen distanzieren uns von jeglicher Art der Sachbeschädigung. Neue Streckenbauten in besagtem Gebiet erregen zusätzlich den Unmut der Waldbesitzer. Streckenbauten dürfen nur in Abstimmung mit den Grundeigentümern erfolgen und wir bitten darum, berechtigte Wegsperrungen zu akzeptieren. In der Diskussion mit anderen Interessengruppen, die letztendlich eine für alle Seiten akzeptable Lösung zum Ziel hat, hoffen wir, dass der beiderseitig respektvolle Umgang gewahrt bleibt.
Die aktuelle Entwicklung überrascht uns allerdings nicht, da wir davon überzeugt sind, dass Verbote und deren immer schärfere Durchsetzung keine Lösung für Erlangen bieten, sondern die Probleme eher verschärfen. Es ist problematisch, dass das Fehlverhalten einzelner zur Bestrafung einer ganzen Gruppe geführt hat. Die getroffenen Maßnahmen scheinen uns zudem unverhältnismäßig - es ist offen, ob die Sperrung von Wegen nicht ggf. sogar im Widerspruch zum allgemeinen Betretungsrecht steht. Die getroffenen Maßnahmen fördern extreme Sichtweisen und zeigen, dass die Breitensportart Mountainbiking nach wie vor sehr einseitig als Störfaktor betrachtet wird.
Hinweise auf eine Ausweitung der Verbote und eine Verschärfung der Strafverfolgung stoßen bei uns auf Unverständnis und zeigen letztendlich, dass nur über das Gespräch eine tragfähige Lösung gefunden werden kann. "Angebote statt Verbote" ist unserer Meinung nach die einzig zielführende Strategie. Wir von der IG-MTB Erlangen bieten uns als Gesprächspartner an. Wir arbeiten derzeit zusammen mit anderen Verbänden intensiv an einem Konzept für Stadt und Landkreis, das wir in Kürze zur Diskussion stellen wollen. Bitte helft uns indem Ihr respektvollen Umgang wahrt, berechtigte Wegsperrungen akzeptiert und Strechenneubauten unterlasst.

Eure
DIMB IG Erlangen

Sonntag, 16. November 2014

Flyer zur Situation im Tennenloher Forst veröffentlicht

Wir waren fleißig und sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Tadaaa - der neue Flyer zur Situation im Tennenloher Forst ist fertig! Ihr könnt euch ein persönliches, druckfrisches Exemplar beim Fernwehfestival in Erlangen (unbedingt hingehen!) an den Ständen der befreundeten Vereine DAV und ADFC abholen. Wir sind übrigens auch vor Ort - sprecht uns einfach an.
Der Flyer spricht gezielt alle Erholungssuchenden gleichermaßen an und informiert, dass die Bußgeldandrohung nicht nur uns Mountainbiker, sondern alle betrifft.


Zum Flyer 

Dienstag, 4. November 2014

Interview mit Detlef Baehr, 3. Vorstand der DAV Sektion Erlangen, zum Thema Mountainbiking

Wie im Beitrag vom 24.10. bereits angekündigt, wollen wir im Rahmen unserer Veröffentlichungen auch Vertreter anderer Verbände und Interessengruppen zu Wort kommen lassen. Auch beim DAV, mit seinen über 1.000.000 Mitgliedern ist Moutainbiking ein großes Thema. Wie im aktuellen Alpenvereinsmagazin auf Seite 21 zu lesen, sind etwa 40% der Alpenverinsmitglieder auch regelmäßig mit dem MTB unterwegs.

Der 3. Vorstand der Erlanger Sektion, Detlef Baehr, erklärte sich bereit uns zum Thema Mountainbiking ein paar Fragan zu beantworten. Danke für diesen Einblick, Detlef. Wir von der DIMB IG Erlangen stellen fest, dass unsere Ziele in vielen Punkten identisch sind. Gemeinsam können wir sicher mehr bewegen.


Detlef Baehr, 3. Vorstand DAV Sektion Erlangen und passionierter Mountainbiker
Detlef, erzähl doch kurz, wer bist Du und was machst Du?
Auch kurz vor meinem 70sten sehe ich mich als aktiven Bergsportler, der nach langjähriger Übungsleitertätigkeit (Alpinklettern, Hochtouren) seinen Schwerpunkt zunehmend in Richtung MTB verschoben hat.

Wie lange fährst Du denn schon Mountainbike?
Nun, das erste Starrgabel-Hardtailgerät habe ich mir 1990 zugelegt.


Welchen Stellenwert hat Mountainbiking in Deinem Leben, was bedeutet es für Dich? 
Körper und Geist zu pflegen: d.h. sportliche Betätigung, Erlebnis und Naturgenuss

Wo sind denn Deine "Hot Spots"?
Sicher zuallererst die Fränkische Schweiz und der Meilwald. Den Tennenloher Forst meide ich mittlerweile mit großem Bedauern. Daneben auch andere Gebiete wie Fichtelgebirge und natürlich die Alpen

Haben Dich die Trail Sperrungen oder Kontrollen der letzten Zeit betroffen, was denkst Du darüber?
Ja, da ich vom Virus Alpencross immer wieder infiziert werde – vielfach auch alleine unterwegs – brauche ich das leicht erreichbare fahrtechnische Übungsgelände, um die nötige Routine und Sicherheit zu erlangen und zu erhalten. Ich meine, dass Verordnungen nicht dogmatisch zementiert werden dürfen, sondern regelmäßig auf den Prüfstand gehören, wenn sich Bürgerwünsche und Lebensweisen entwickeln.

Hattest Du schon mal "Ärger" im Wald - falls ja, warum - falls nein, warum nicht?
Nein, scheinbar schützen die grauen Haare die unterm Helm hervorlugen, obwohl mein Fahrstil nicht immer altersgerecht erscheinen mag. Sicherlich aber tragen Gruß und Dankeswort beim Passieren den Hauptanteil.

Warum bist Du auf Deinem Rad in den Wäldern der Region besser aufgehoben bist, als irgendwo sonst? 
1990 hatte ich ein unangenehmes Erlebnis mit dem Rennrad und bin konsequent auf MTB umgestiegen. Eine grundlegende Eigenschaft dieses Sports sehe ich in der Vielfalt von Fahrsituationen, die mir auf „Forstautobahnen“ oder gar Straßen nicht geboten werden

Wie siehst Du die Entwicklung der letzten 10 Jahre in unserer Region hinischglich MTBing - wie könnte es in 10 Jahren aussehen?
Klar ist eine mengenmäßige Zunahme der MTBer zu verzeichnen, einhergehend mit enormem Zuwachs an Fahrkönnen. Analogien zur Kletterentwicklung in der Fränkischen sind nicht von der Hand zu weisen und die Kletterkonzepte DAV/IG Klettern sind als Denkanstoß für Lösungen sicherlich hilfreich.

Welchen Stellenwert hat MTBing innerhalb des DAV, insbesondere für die zahlreichen Mitglieder der Sektion Erlangen?
Auf unserer letzten Mitgliederversammlung im Mai dieses Jahres haben wir ein klares Mandat erhalten, uns um die Möglichkeiten für wohnortnahes Mountainbiken zu kümmern. Bei bundesweit rd. 1 Million DAV-Mitglieder haben Umfragen ergeben, dass ca. 40% mehr oder weniger häufig den Bikesport ausüben.

Wie wünscht Du Dir denn die Zukunft unseres Sports - auch in Anbetracht dessen, dass Verbote gegen MTBler mit steigender Beliebtheit des Sportes immer häufiger auch in anderen Regionen Deutschlands und Europas zu beobachten sind?
Eine ähnliche Fatalität wie beim Klettern ist zu befürchten – regionale Sperrungen (z.B. 2-Meterregelung etc.) führen zu einem erhöhten Nutzungsdruck in tolerierten Gebieten und erhöhen dann in Folge dort die Spannungen. Daher wünsche ich mir ein einvernehmliches Konzept z.B. mit Zonen uneingeschränkter Nutzung aber auch mit Ruhezonen wo dies aus Gründen des Naturschutzes oder anderem Konfliktpotential für uns nachvollziehbar ist.

Was würdest Du den Erlanger / ERH Mountainbikern - oder auch anderen Interessengruppen - mit auf den Weg geben wollen?
Als sogenannter „Sport im öffentlichen Raum“ ist es nötig auch als Organisationsform wahrgenommen zu werden. Dabei wünsche ich mir ein konstruktives Miteinander der bestehenden Strukturen DIMB IG/DAV/ADFC/Unisport, die durchaus getrennt aber abgestimmt der Kommunalpolitik begegnen sollen. In der Phase der Konzeptentwicklungen ist es auch besonders wichtig MTB-Kodizes wie die DIMB/DAV-Trailrules bei jedem Einzelnen auch zu verinnerlichen. Die Tafeln „Respektvoll Miteinander“ sind schon mal ein sehr guter Auftakt hierzu.

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Projekt multifunktionale Wanderwege Herrieden

Beim Vorhaben, die Situation in und um Erlangen zu verbessern lohnt einen Blick über den Tellerrand – welche Initiativen gibt es, von denen wir lernen können, welche Hürden, die überwunden werden müssen?
Eine Initiative wollen wir Euch hier kurz vorstellen. In Herrieden bei Ansbach haben die lokalen Sportvereine das Projekt „Ausweisung eines markierten Wegenetzes für verschiedene Freizeitnutzer in Herrieden“ ins Leben gerufen. In den Vereinen sowie bei nicht organisierten Sportlern und Erholungssuchenden besteht großer Bedarf an geeigneten Strecken. Die Vereine engagieren sich intensiv in der Jugendarbeit und haben gerade im Bereich Mountainbiken großen Zulauf. Speziell ausgebildete Trainer vermitteln Kindern Spaß und Sicherheit auf dem MTB. Geeignete Strecken gibt es nur bedingt – Wege sind durch Forstarbeiten komplett zerstört, für die Erholungssuchenden nicht attraktiv, nicht für Anfänger geeignet etc.
Die Herrieder haben in enger Abstimmung mit dem Fränkischen Albverein, der den Bikern sehr offen gegenübersteht und die Trägerschaft übernehmen würde, ein überzeugendes Konzept zur Ausweisung eines „Multiwegenetzes“ erarbeitet. Kanalisierung statt Wildwuchs ist die Devise. Bis das Konzept umgesetzt werden kann, gilt es jedoch noch jede Menge Überzeugungsarbeit zu leisten, Gegner ins Boot zu holen, falsche Paragrafenauslegung zu korrigieren und insbesondere auch die starke Jagdlobby von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen. Wir drücken die Daumen und wünschen viel Erfolg!

Viele Grüße
Eure IG-MTB Erlangen

Freitag, 24. Oktober 2014

DIMB IG Erlangen und DAV - gemeinsam für Open Trails in Erlangen

Nicht ohne Grund befasst sich die Erlanger Sektion in der aktuellen Ausgabe (Oktober 2014 bis März 2015) mit dem Thema Mountainbiking. Bundesweit sitzen lt. Detlef Beahr, dem 3. Vorstizenden der DAV Sektion Erlangen, rund 400000 DAV Mitglieder an durchschnittlich 32 Tagen im Jahr auf dem Bike.

Die Moutainbiker der Erlanger Sektion stehen den aktuellen Beschränkungen und Verboten ebenso kritisch gegenüber, wie es die Mitglieder der DIMB IG Erlangen tun. Es ist nur logisch Kräfte zu bündeln und gemeinsam für unsere Ziele einzutreten.

Im Rahmen erster informeller Treffen haben die IG MTB Erlangen und der DAV, vertreten durch Detlef Baehr, beschlossen ihre Zusammenarbeit zu vertiefen. Ziel ist die Erarbeitung von Konzepten, die vereinsübergreifend Zustimmung finden. So soll unseren Verhandlungspartnern in Stadt und Landkreis klar gemacht werden, dass wir Mountainbiker keine versprengte Ansammlung von Individualisten sind, sondern dass unser Sport breites Interesse in allen Bevölkerungsschichten findet.

Im Rahmen der Vernetzung mit anderen Verbänden haben wie ein Interview mit Detlef Baehr vom DAV in Arbeit, dass  in Kürze hier und auf unserer Facebook Seite veröffentlicht wird.

Eure
IG MTB Erlangen

Links:
http://www.alpenverein-erlangen.de/chameleon/public/8ab4de74-380e-185a-aceb-27a2d503edb5/erlangenalpin-Winter-1415.pdf (Seite 21)

Sonntag, 12. Oktober 2014

Überwachung von Mountainbikern mit Wildkameras ist datenschutzrechtlich bedenklich.

Die IG MTB Erlangen hat beim Bayrischen Landesbeauftragten für Datenschutz nachgefragt. Nach  Auskunft von Direktor Stammel unterliegt der Einsatz von Wildkameras in Waldgebieten der Bayrischen Staatsforsten erheblichen Beschränkungen.
So besteht beim Einsatz solcher Kameras laut einem uns vorliegenden Schreiben vom 02.07.2014 grundsätzlich stets die Gefahr, dass es auch zur Erhebung personenbezogener Daten kommt. Eine Erhebung und Speicherung personenbezogener Daten zum Zwecke der Identifizierung von natürlichen Personen ist nach Einschätzung von Herrn Direktor Stammel nicht zulässig, da diese durch die in Art. 21a Abs.1 Satz 1 Nr. 1 und 2 BayDSG genannten Aspekte nicht gedeckt ist.

Ausnahmen sind möglich, wenn sichergestellt ist, dass "[...]ein Aufenthalt natürlicher Personen im Beobachtungsbereich technisch ausgeschlossen oder völlig unwahrscheinlich ist, bzw. eine Identifikation [...] ausscheidet.". Beim Einsatz von Wildkameras durch öffentliche Stellen rät Direktor Stammel "[...]stets darauf zu achten, dass natürliche Personen nicht erfasst bzw. nicht identifiziert werden können.".

In den in in Art. 21a BayDSG genannten Ausnahmefällen sind die Videoüberwachung, als auch die erhebende Stelle durch geeignete Maßnahmen erkennbar zu machen.

Falls Ihr bei Euren Ausfahrten Überwachungsmaßnahmen begegnet, die nach Eurer Ansicht rechtlich nicht abgedeckt sind, so teilt uns das bitte mit. Am besten macht Ihr ein Foto und schickt uns eine genaue Beschreibung des Ortes, damit wir uns ggf. mit einer Beschwerde an die zuständigen Stellen wenden können.

Eure DIMB IG Erlangen

Links:
https://www.datenschutz-bayern.de
http://byds.juris.de/byds/009_1.1_DSG_BY_1993_rahmen.html


Samstag, 4. Oktober 2014

DIMB IG Treffen am 8.10.2014

Das nächste DIMB IG Treffen findet am 8.10.2014 um 19.00 Uhr statt.
Wer mithelfen und Aufgaben in der IG übernehmen oder in den Arbeitsgemeinschaften mitarbeiten möchte, der kann sich gerne unter ig.erlangen@dimb.de melden.

Open Trails. In und um Erlangen.

Mittwoch, 24. September 2014

Wo genau darf ich in Erlangen noch biken?

Anfragen wie diese erreichen uns der Zeit auf vielen Wegen. Durch das verwirrende Verordnungsdurcheinander in den Wäldern in und um Erlangen kann man schon leicht mal den Überblick verlieren. Deshalb hier in aller Kürze zusammengefasst, welche Verordnung für welches Gebiet gilt.


Gebiet 1: Naturschutzgebiet unterhalb von Rathsberg - GESPERRT
Der verlängerte Weg nach dem Trail um die Pferdekoppel durch das sog. „Matschloch“ der bis zum Atzelsberger Keller gefahren werden konnte und Teil der meisten Feierabendrunden war, unterliegt einer Naturschutzverordnung, die das Befahren auch vorhandener Wege mit den Fahrrad strikt verbietet.

Gebiet 2: Erlanger Meilwald - ERLAUBT
Im Erlanger Teil des Meilwaldes (rechts der Straße vom Waldkrankenhaus hoch nach Rathsberg) sind für MTBer alle bestehenden Wege erlaubt. Die Stadt hat hier von uns mitentwickelte Schilder aufgestellt, die dies bestätigen.

Gebiet 3: Sebalder Reichswald / Tennenloher Forst - GESPERRT
Im gesamten Bereich bis hoch nach Kalchreuth gilt eine strikte Sperrverordnung aufgrund der Munitionsaltlasten. Hier ist das betreten/befahren nur auf ausdrücklich auf einer Karte grün markierten Wegen erlaubt. Diese Wege sind alle breite Schotterwege. Trails sind somit alle ausdrücklich verboten.

Die Verbote in den Gebieten 1 und 3 werden von der Polizei kontrolliert!

Freitag, 12. September 2014

Konzeptpapier Mountainbiken am Rathsberg

https://dl.dropboxusercontent.com/u/13385175/Konzeptpapier%20Erlanger%20Rathsberg%20V5.pdf
Konzeptpapier Mountainbiken am Erlanger Rathsberg

Die Aufstellung der Schilder auf Erlanger Gebiet des Meilwalds am Rathsberg am 18.9.2014 ist ein erster Schritt für ein respektvolles Miteinander und die gemeinsame Wegenutzung aller Waldbesucher. 
Die Besitzverhätnisse am Rathsberg sind jedoch kompliziert und die Situation für Mountainbiker auf Grund der Wegesperrungen mit Schwerpunkt im Bereich des Landkreises Erlangen-Höchstadt nicht zufriedenstellend. Daher haben wir in den vergangenen Monaten das Gespräch mit verschiedenen Stellen gesucht und unser Konzept für ein respektvolles Miteinander am Rathsberg vorgestellt.
Das Konzeptpapier zum Mountainbiken am Rathsberg könnt Ihr hier nachlesen.

Schildereinweihung im Erlanger Meilwald

Als ersten Schritt zu einem guten Miteinander im Erlanger Meilwald haben verschiedene Erlanger Interessengruppen gemeinsam mit der Stadt Erlangen ein Schild entworfen, das bei allen Waldnutzern für gegenseitige Rücksichtnahme wirbt. Die Schilder folgen dem Prinzip "Open Trails". Alle dürfen die Wege nutzen - auch Moubtainbiker. Es klappt dann, wenn alle mit Respekt und Rücksicht miteinander umgehen.


"Zur Einweihung der Schilder im Meilwald lädt Frau Bürgermeisterin Lender-Cassens am Donnerstag den 18. September 2014 um 11 Uhr ein. Ort des geschehens ist die "Handtuchwiese" (Eingang Spardorferstraße). Natürlich kommen Presse und Vertreter der Sponsoren, und besonders die Biker sind herzlich willkommen!"

Sonntag, 7. September 2014

Zum Gespräch bei Landrat Alexander Tritthart


Am 14.08.2014 trafen sich 4 Mitglieder der DIMB IG MTB Erlangen mit dem Landrat Herrn Alexander Tritthart, um die Möglichkeiten der Erhaltung bzw. Freigabe von MTB Trails auf dem Gebiet des Landkreises zu erörtern. Wir sehen es als Chance für den Landkreis die immer beliebter werdende Sportart in das Naherholungskonzept aufzunehmen und an einer tragfähigen Lösung mitzuwirken.
Herr Tritthart brachte mit Herrn Marabini den Naturschutzbeauftragten für Rathsberg und Tennenlohe sowie die Rechtsreferendarin Fr. Meier mit zum Gespräch, welche uns nochmals die rechtliche Situation erläuterte.


Das Landratsamt Erlangen-Höchstadt ist als Vertretung des Landkreises zuständig für die Gebiete im Bereich des Tennenloher Forstes und des weiteren Rathsberger Umlandes, welches außerhalb des Erlanger Stadtgebietes liegt. Im Gespräch ging es dann auch vor allem um diese beiden Gebiete, in welchen von Amtsseite unterschiedliche Bedingungen gegeben sind.


Gebiet am Rathsberg
Das Gebiet am Rathsberg liegt zum Einen im Bereich des Erlanger Stadtgebietes, zum Anderen im Landkreis ERH. Der gesamte Bereich ist unterteilt in viele kleine Parzellen, die unterschiedlichen Besitzern gehören und zum Teil im Naturschutzgebiet liegen. Dies macht eine Lösung schwierig, da jeweils unterschiedliche Besitzverhältnisse und rechtliche Bedingungen gegeben sind.
Im Bereich des Naturschutzgebietes ist das Betreten nur auf den in offiziellen Karten eingezeichneten Wegen und nur zu Fuß erlaubt, Befahren hingegen nicht. Da diese Regelung von der Regierung Mittelfrankens erlassen wurde, gibt es für das Landratsamt keinen Handlungsspielraum. Das heißt mögliche Trails könnten bestenfalls an der Grenze des Naturschutzgebietes entlang führen, dies müsste mit den einzelnen Grundbesitzern abgestimmt werden. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Trails teilweise parallel zu den geschotterten Straßen verlaufen zu lassen, sofern die jeweiligen Eigentümer einverstanden sind. Hier muss für jeden einzelnen Bereich eine individuelle Lösung gesucht werden, um am Ende ein durchgängiges Streckennetz anbieten zu können. Allerdings sieht das LRA die Initiative nicht bei sich. Es ist mühsam, aber hier werden wir für Euch weiterarbeiten!


Gebiet Tennenlohe
Anders stellt sich die Situation im Tennenloher Gebiet dar. Hier gehört der größte Teil des von Bikern genutzten Gebietes den Bayerischen Staatsforsten. Da das gesamte Gebiet potentiell mit Munitionsresten belastet ist und die Förster haften persönlich für nicht waldtypische Gefahren - also z.B. Gefahren durch Munition. Allerdings wurde die Sperrverordnung vom Landkreis ERH erlassen und kann von diesem auch wieder geändert werden. Die Bayerischen Staatsforsten sind berechtigt Wege freizugeben, die dann auch in den Karten verzeichnet werden können. Diesen Ansatzpunkt versuchen wir zu nutzen und suchen das Gespräch mit den zuständigen Förstern. Eine weitere Möglichkeit wäre die Verlagerung des Bikerevieres südlich Richtung Kalchreuth, wo die Wegenutzung außerhalb des Sperrgebietes erlaubt ist.


Leider war nicht mehr Zeit, um mit Herrn Tritthart detaillierter über das Naherholungskonzept des Landkreises ERH und konkrete Schritte zur Umsetzung zu diskutieren. Wir werden uns aber weiterhin bei den (vielen) zuständigen Stellen für legale Lösungen einsetzen.

Samstag, 26. Juli 2014

Mountainbiken im Bereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes Tennenlohe

Das beliebteste MTB-Revier zwischen Nürnberg und Erlangen ist der Sebalder Reichswald. Der Bereich nördlich der Autobahn A3 liegt in Landkreis Erlangen-Höchstadt war in den vergangenen 140 Jahren zum größten Teil militärisch genutzt. 79% der regionalen Mountainbiker fahren in diesem Gebiet. Obwohl es jahrzehntelang keine Probleme oder nennenswerte Konflikte gab, gibt es seit 2011 in dem Bereich Polizeikontrollen und Eskalationen. Deshalb hier einige Hintergründe zum Thema:

Kleine Historie des ehemaligen Schiessplatzes Tennenlohe

Bild 1: Bereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes Tennenloher mit Naturschutzgebiet (grüne Umrandung) und Geschossbereichen der Schiessbahnen (schwarze Umrandungen)
2014 Polizeikontrollen im gesamten Gebiet
Das gesamte Gebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes Tennenlohe war und ist ist im Prinzip für die Öffentlichkeit betretbar. Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen hat das zuständige Landratsamt 1994 die 1. Sperrverordnung erlassen, die das Betreten wegen der Munitionsbelastung auf die befestigten Wege einschränkt. An größeren Wegen wurden entsprechende Schilder aufgestellt. Wegen der gleichzeitig erlassenen Naturschutzverordnung für den Kernbereich um die ehemalige Range 6 wurden Schilder aufgestellt, die das Naturschutzgebiet ausweisen. Im Naturschutzgebiet ist Befahren nicht erlaubt, Betreten nur auf den in amtlichen Karten eingezeichneten Wegen. Faktisch wurde das Betreten und Befahren aber geduldet.

Viele Leute sind im Wald unterwegs

Trotz der Verordnungen hat die Gemeinde Kalchreuth nämlich im Bereich der 1. Sperrverordnung Nordic-Walking -Strecken ausgewiesen, die z.T. über Wege führen, die gemäß der Sperrverodnung nicht mehr betreten werden dürften. Gleiches gilt für Wanderwege des Fränkische-Alb-Vereins. Der Verein Sebalder Reichswald e.V. hat an Naturdenkmälern abseits der Schotterwege Tafeln und z.T. Bänke aufgestellt, die zum Ausruhen einladen und bis heute gepflegt werden. Selbst das Forstamt Erlangen hat 2004 die Broschüre„Gedenksteine, Quellen und andere Besonderheiten im SebalderReichswald“ herausgegeben, die z.T. zum Besuch von Bereichen des Forstes einlädt, deren Betreten nach der 1. Sperrverordnung eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Der Autor dieser Zeilen war im Bereich der Kalchreuther Winterleite und des Naturschutzgebietes um das heutige Pferdegehege seit 1989 problemlos mit dem Mountainbike unterwegs.

Erste Probleme für Mountainbiker

Für Mountainbiker gab es 2010 erste Probleme nach der Erweiterung des Pferdeheges nach Südwesten. Der beliebte Trail am Kugelfangwall war damit durchschnitten. Das Landratsamt ließ Verbotsschilder für Radfahrer um das Pferdegehege aufstellen, die Fußgängern einen Vorwand zur Maßregelung von Mountainbikern gaben. Wo jahrzehntelang genügend Platz für alle war, gab es jetzt Konflikte. Um das Gehege herum entstanden neue Trails als Ausweichstrecken. Auch an der Kalchreuther Winterleite enstanden neue Trails, die bis heute immer mehr Mountainbiker anziehen. Dank Internet, GPS und Apps kann heute jeder die Trails sehr einfach finden und weiterverbreiten. Selbst neue Trails sind schnell online und führen zu noch mehr MTB-Verkehr. Die an einigen Stellen geschaufelten Kicker und Anlieger fielen irgendwann auch dem tolerantesten Forstmitarbeiter ins Auge.
Zum 1.4.2014 hat das Landratsamt Erlangen-Höchstadt nach 20 Jahren eine neue Sperrverordnung für den ehemaligen Truppenübungsplatz erlassen. Die Verordnung unterscheidet sich inhaltlich nicht wesentlich von der alten Verordnung von 1994. Sie konkretisiert aber die Sperrung durch eine Karte und die verschärfte Androhung von bis zu 1000 Euro Bussgeld.

Kontrollen

Bild 2: Karte der Sperrverordnung vom 1.4.2014 mit Festlegung der betretbaren Wege
Seit Anfang Juli kontrollieren Polizisten in Uniform und Zivil (z.T. auf Mountainbikes) gemeinsam mit Forstleuten im Bereich der Sperrverordnung. Wer abseits der erlaubten Wege erwischt wird, muß mit einer schriftlichen Verwarnung rechnen.

Das tut die IG MTB Erlangen

Die IG MTB Erlangen steht mittlweile mit dem Landkreis ERH im Gepräch. Im Landratsamt und anderen Behörden gibt es viele zuständige Ansprechpartner, die für unterschiedliche Aspekte in dem Gebiet verantwortlich sind und nicht immer abgestimmt vorgehen. Deshalb ist eine Lösungsfindung ein zähes Geschäft. Wir bleiben dran und werden Euch auf dem Laufenden halten, wie es weitergeht.

Donnerstag, 17. Juli 2014

DIMB IG Gründung

Die Interessenvertretung der Mountainbiker in Erlangen hat nun endlich ein Gesicht. Vergangene Woche wurde eine DIMB (Deutsche Initiative Mountain Bike) IG Erlangen gegründet. Der Vorstand und die entsprechenden Stellvertreter werden in Zukunft im Dialog mit den Stellen bei Stadt, Landkreis, Ämtern und auch im Privaten daran arbeiten zu einer tragfähigen Lösung für das Mountainbiken in und um Erlangen zu gelangen.
Aktuell werden Themen in drei AG´s bearbeitet. Eine AG Tennenloher Forst, eine AG Rathsberg und eine AG Öffentlichkeitsarbeit.













Peter Randelzhofer, Erasmus Kresin, Yvonne Eder, André Joffroy (Vorsitzender), Martin Staubach

Entwicklungen
Am Erlanger Ratshberg stehen wir in konstruktivem Austausch mit der Stadt und freuen uns in Kürze eine gemeinsam erarbeitete Lösung präsentieren zu können.
Im Tennenloher Forst ist die Situation äußerst schwierig. Kontrollen häufen sich, laut Zeugenaussagen einseitig gegen Mountainbiker gerichtet. Beim Landratsamt herrscht aktuell, trotz zahlreicher Beschwerdebriefe, noch kein Problembewusstsein für die Situation vor. Gesprächsangebote von Seiten der DIMB IG werden zur Zeit noch nicht wahrgenommen.
Klar ist, dass wir weiterhin energisch an einer Lösung für die beiden Gebiete arbeiten werden. Klar ist aber auch, dass eine Lösung, gerade im Tennenloher Forst keine zeitnahe Geschichte wird, sondern sicherlich einige Zeit bis dahin vergehen wird.



Was könnt ihr machen?

Lasst euch die Freude an diesem großartigen Sport nicht nehmen. Wählt eure Tourenziele mit Bedacht. Fahrt defensiv, seht Spaziergänger und Wanderer als Verbündete an, auch sie sind mancherorts von Verboten betroffen und darüber verärgert. Wenn euch etwas auffällt, schreibt uns. Wenn euch etwas stört, beschwert euch bei der zuständigen Stelle (wir sind euch behilflich, diese im Einzelfall zu benennen).

Schreibe gerne auch deine Unzufriedenheit weiter an die zuständigen Stellen, vor allem beim Landratsamt.

Und vor allem: Wenn du dich einbringen möchtest schreib uns doch einfach eine Mail.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Umfrageergebnisse & Update Juni

Was sind die Ergebnisse der Umfrage?

> Wir sind viele!
Die IG MTB Erlangen streute diese Umfrage in einschlägigen Internetforen und per Email, um mehr über die Mountainbiker der Region zu erfahren. Obwohl die Umfrage nicht weiter beworben wurde, waren nach 72 Stunden bereits 1000 Teilnehmer registriert. Zur Auswertung kamen 1285 Rückläufer. Es ist offensichtlich, dass die tatsächliche Zahl der Aktiven deutlich höher liegt.

> Wir sind keine Randgruppe!
Die lokal aktiven Mountainbiker gehören zur Mitte der Gesellschaft, sie ziehen sich durch alle Altersgruppen. Die Mehrheit lebt und arbeitet in Erlangen.

> Wir sehen Mountainbiken als wertvollen Freizeitausgleich!
Die überwiegende Mehrheit sieht in diesem Sport Naturgenuss, Ausgleich vom Alltagsstress und Gesunderhaltung.

> Wir wünschen uns ein attraktives Wegenetz!
Aus euren Angaben lässt sich abschätzen, dass der Erlanger Durchschnittsbiker pro Woche an 2 Tagen im Sattel sitzt. Er legt dabei in 4 Stunden etwa 62 km zurück. Nahezu alle Biker unternehmen ausgedehnte Touren und bevorzugen dabei einen hohen Anteil an Singletrails. Fast ein Drittel interessiert sich auch für anspruchsvolle, angelegte Strecken mit Sprüngen und Steilkurven. So gut wie alle Erlanger Mountainbiker wollen ihre Ausfahrten von der Haustür weg beginnen.
Die detaillierten Ergebnisse könnt ihr im PDF einsehen.

Wofür diese Umfrage?
Als aktive Biker habt ihr es sicher bemerkt: unser Sport findet in der Lokalpresse keine sehr schmeichelhafte Berichterstattung, immer mehr Trails werden blockiert, immer öfter werden Mountainbiker auf ihren gewohnten Touren mit Verboten konfrontiert und verwarnt. Für uns sind die Ergebnisse eine wichtige Argumentationshilfe, denn sie klären über die Mountainbiker und deren Bedürfnisse auf.

Die Ergebnisse der Umfrage findest du hier.

Wo liegt das Problem?
Die Situation ist komplex. Es ist sinnvoll, das stadtnahe Tourengebiet grob in drei Bereiche aufzuteilen:

> Rathsberg östlich der Rathsberger Straße bzw. ER7/ERH7
Dieser Teil des Rathsberges wird von 60 % aller Umfrageteilnehmern befahren. Er liegt zu einem großen Teil auf dem Gebiet der Stadt Erlangen. Mit dem Umweltamt gab es bereits gute Gespräche, von dort gibt es keine großen Bedenken gegen das Mountainbiken. Zusammen mit dem Umweltamt werden wir Schilder aufstellen, die für ein faires Miteinander aller Naturnutzer werben. Anderen Ämtern liegt ein Konzept mit Lösungsvorschlägen vor.

> Rathsberg westlich der Rathsberger Straße bzw. ER7/ERH7
Hier waren 54 % aller Umfrageteilnehmer unterwegs. Dieser Teil des Mailwaldes liegt auf dem Gebiet des Landkreises Erlangen-Höchstadt und ist in Privatbesitz. Die Waldbesitzer wollen Mountainbiker auf den Trails und Abfahrten abseits der breiten Forstwege nicht mehr dulden. Sie stören sich an immer mehr neuen Strecken und fürchten trotz gegensätzlicher Grundsatzurteile Haftung bei Unfällen.
Ein Teil des Bereiches nördlich des Ortes Rathsberg ist Naturschutzgebiet und mit einem Fahrverbot mit Fahrzeugen aller Art belegt. Diese Einschränkung war den meisten von uns bisher nicht bewusst, es gab keine entsprechende Ausschilderung, auf dem überaus beliebten Trail vom Schloss nach Atzelsberg fühlten wir uns mehr als geduldet. Seit einigen Wochen ist dieser Weg auf groteske Art und Weise blockiert, selbst das zulässige Begehen fällt mitunter schwer.

> Tennenloher Forst
Der Wald von der Kurt-Schuhmacher-Straße bis hoch nach Kalchreuth war bei fast 80 % aller Teilnehmer ein beliebtes Tourenrevier. Dieses Gebiet liegt auf dem Landkreis Erlangen-Höchstadt und ist nahe Tennenlohe Naturschutzgebiet. Die meisten wussten wahrscheinlich von der Vergangenheit als Truppenübungsplatz und deuteten das eingeschränkte Betretungsrecht als versicherungsrechtliche Vorsorgemaßnahme. Auch hier fühlten wir uns auf vielen Trails geduldet. Seit April 2014 ist eine verschärfte und konkretisierte Verordnung in Kraft. Sie verbietet allen Besuchern, naturbelassene Wege und Wurzelwerk unter den Füßen bzw. Reifen zu spüren. Grundsätzlich ist der Aufenthalt nur mehr auf den breiten, geschotterten Straßen erlaubt. Diese Regelung gilt auch außerhalb des Naturschutzgebietes bis hoch an den Waldrand nahe Kalchreuth. Eine Ausnahme für Fußgänger bildet der Pfad um das Wildpferdegehege (weitere, teils absurde Ausnahmen sind natürlich möglich).
In letzter Zeit wurden auch Fußgänger (vor allem Hundehalter) belehrt und ermahnt, trotzdem gibt es Hinweise, dass ganz gezielt Mountainbiker verwarnt werden.

Ihr seht, in jeder Region herrschen andere Rahmenbedingungen und Verantwortlichkeiten vor. Bitte habt Verständnis und erwartet nicht, dass in allen stadtnahen Regionen in kürzester Zeit Lösungen erarbeitet werden können.  

Wer ist die IG MTB Erlangen?
Wir sind leidenschaftliche Mountainbiker und Mountainbikerinnen, die in der Region tief verwurzelt sind. Die IG MTB Erlangen war bisher eine informelle Gruppe. Wir arbeiten zur Zeit an einer Organisationsform, in der uns die Behörden als zuverlässiger Ansprechpartner wahrnehmen, wir Projekte und Finanzen stemmen können und alle Mitstreiter rechtlich abgesichert sind. Wir halten euch darüber auf dem Laufenden. Zusätzlich arbeiten wir eng mit anderen Vereinen und Verbänden zusammen.
Das Leitbild der IG MTB Erlangen orientiert sich am Ideal des umwelt- und sozialverträglichen Mountainbikens und stellt den Gedanken des respektvollen Miteinanders in den Mittelpunkt, wobei ausdrücklich alle Ausprägungen des Mountainbikesports einbezogen sind.

Was wollen wir?
Wir streben an:
> Ein attraktives Wegenetz
Wir wollen, dass sich Mountainbiker, Wanderer und andere Naturnutzer auf naturbelassenen Wegen und Pfaden gleichberechtigt und respektvoll begegnen können und dürfen. Nicht nachvollziehbare Einschränkungen für Mountainbiker gegenüber anderen Naturnutzern darf es nicht geben.
> Spezielle Strecken
Wir möchten, dass auf den Wunsch nach gebauten Strecken und Wegabschnitten, die in ihrer Beschaffenheit den speziellen Anforderungen des modernen Mountainbikesports entsprechen, reagiert wird.

Was machen wir?
Wir versuchen, mit Behörden und anderen relevanten Stellen ins Gespräch zu kommen, um konstruktiv Lösungen zu erarbeiten, die auf allen Seiten Akzeptanz finden können. Wir vertreten unsere Interessen mit Nachdruck, aber ohne blinden Eifer.

Was könnt ihr machen?
Lasst euch die Freude an diesem großartigen Sport nicht nehmen. Wählt eure Tourenziele mit Bedacht. Fahrt defensiv, seht Spaziergänger und Wanderer als Verbündete an, auch sie sind mancherorts von Verboten betroffen und darüber verärgert. Wenn euch etwas auffällt, schreibt uns. Wenn euch etwas stört, beschwert euch bei der zuständigen Stelle (wir sind euch behilflich, diese im Einzelfall zu benennen).

In Kürze werden wir zur Gründung einer DIMB IG einladen und freuen uns über Interessierte.

Bei Feedback gib gerne Bescheid,

Viele Grüße

IG MTB Erlangen

Donnerstag, 8. Mai 2014

Was bisher geschah - Stand Anfang Mai2014

Anfang des Jahres haben wir uns auf Bemühen der Umweltamtes zu einem ersten Runden Tisch zusammengefunden, der unseres Erachtens nach sehr gut verlief. Standpunkte und Informationen konnten ausgetauscht werden, die anwesende Gruppe der Mountainbiker mit über 100 Bürgern klar machen, dass das Mountainbiken in und um Erlangen eine Form der aktiven Erholung ist und dazu ein nachweislich Natur- und sozialverträglicher Sport. Wir konnten, denke ich, ebenso klar machen, dass wir an einer konstruktiven und tragfähigen Lösung für alle Seiten interessiert sind, haben mit einem ausgearbeiteten Paper die Sachlage dargestellt und Vorschläge präsentiert. Wir freuen uns, damit vor allem bei Sport- und Umweltamt Gehör gefunden zu haben, auch das örtliche Forstamt beteiligt sich an der Erarbeitung einer konstruktiven Lösung im Erlanger Meilwald.

Die zweite Runde des Runden Tisches verlief leider in ganz anderen Bahnen. Von konstruktivem Gespräch war bei LRA und Waldbesitzern wenig zu spüren, stattdessen wurden vom LRA sehr weitreichende Verbote die Naherholung in Erlangen betreffend präsentiert. Der Tennenloher Forst darf seit dem 01. April lediglich noch auf breiten, geschotterten Forststraßen betreten werden. Zahlreiche Wanderwege und Naturdenkmäler können dadurch nicht mehr erreicht werden. Eine entsprechende Kommunikation im Vorfeld, geschweige denn eine zeitnahe Beschilderung sieht das LRA aus, laut Eigenaussage Geldmangel, nicht vor. Die Geschichte betrifft vor allem auch erholungsuchende Familien - vor allem da die Verordnung dem Großteil der Erlanger Bürger fremd sein dürfte, dafür aber mit einer Geldbuße von bis zu 1.000 € belegt werden kann.

Absichtlich positionierte Bäume versperren die Wege für alle Waldbesucher
Am Rathsberg haben die privaten Waldbesitzer den Großteil der vorhandenen Wege wenige Tage vor dem Runden Tisch mit frisch gefällten Bäumen zugelegt, auch hier ist ein Durchkommen für Familien mittlerweile unmöglich. Auf die Bitte gerade an uneinsichtigen Stellen die Sperren zu räumen, haben sich leider weder LRA noch Waldbesitzer gerührt. Dieses einseitige Vorgehen ist alleine schon deshalb schade, da wir den Waldbesitzern offen kommuniziert hatten mit ihnen als Zeichen für alle Seiten die illegal angelegten Strecken zurückzubauen, auch wenn von uns keiner mit deren Entstehung zu tun hatte. So hätten wir aber eine gemeinsame, konstruktive Lösung gehabt und ein Zeichen gesetzt.
Wir sind weiterhin sehr an einer gemeinsamen Lösung interessiert, allerdings möchten wir die rechtswidrigen Sperren nicht dauerhaft dulden. Diese stehen der Erholungsfunktion des Waldes zu stark im Weg, darüber hinaus sind rechtswidrige Einschränkungen der Erholungsfunktion des Waldes nicht dauerhaft hinzunehmen. Wir hoffen mit den Waldbesitzern eine konstruktive Einigung zu finden, und den Weg der Rechtsmittel außen vor lassen zu können.
Die Stadt Erlangen hat einen Entwurf für ein Schild, welches auf die gemeinsame Nutzung der Wege im Erlanger Meilwald hinweisen soll, sowie auf ein respektvolles Miteinander aller Naturnutzer erhalten. Mitte Mai werden wir uns dazu mit dem Umweltamt treffen und hoffen dieses zeitnah an den Wanderparkplätzen platzieren zu können.

Informationssammlung zum Mountainbiken in und um Erlangen



Als Vorbereitung auf die Gespräche des Runden Tisches Anfang 2014 hat die IG MTB Erlangen Statistiken, Studien, Gesetzestexte und Informationsmaterial der DIMB gesammelt und ausgewertet. Herausgekommen ist dabei ein knappes Paper, welches Mountainbikern, aber auch Verbänden und Ämtern zuging, um auf dem gleichen Informationsstand diskutieren zu können. Alle Aussagen des Papers finden sich belegt, die verwendeten Studien, Statistiken und Gesetzestexte sind im verlinkten Ordner enthalten, so dass sie überprüft werden können. Darüber hinaus bieten sie Interessierten die Möglichkeit sich eingehender zu informieren.

Hier geht es zu den gesammelten Informationen und zum Paper.

Musterbrief für Oberbürgermeister und Landrat



Wir möchten in der aktuellen Situation versuchen den Schritt der politischen Willensbildung zu gehen und die neuen Amtsträger im Landratsamt Erlangen-Höchstadt und Bürgermeisteramt auf die Situation hinzuweisen.
Knapp 1.300 Leute haben sich an der von der IG initiierten um im April 2014 durchgeführten Online-Umfrage beteiligt und unterstützen das Mountainbiken auf vorhandenen, schmalen Wegen. Wenn nur die Hälfte der Teilnehmer je einen Brief an Landrat Tritthart und Oberbürgermeister Dr. Janik schickt, ist das eine deutliche Willensbekundung seitens der Bürger, die hoffentlich nicht ignoriert werden kann. Zumal insbesondere der neue Erlangener Bürgermeister Dr. Janik ausdrücklich eine stärkere Bürgerbeteiligung als wichtige Handlungsmaxime benannt hat.
Die Inhalte des Briefes sind ein Vorschlag und können sehr gern persönlich gefärbt angepasst werden. Die Argumentation ist für uns stimmig, aber wie gesagt bleibt der exakte Inhalt natürlich jedem selbst überlassen. Die Datei ist fertig formatiert, die Anschriften von LR und OB finden sich ebenso darin. Wir würden uns freuen, wenn sich möglichst viele an der Aktion beteiligen würden. Natürlich eignet sich der Brief auch, um ihn an andere politische Interessensvertreter, die du vielleicht kennst zu senden.

Verordnungen Naturschutzgebiete & Munitionsaltlasten



In den Wäldern um Erlangen gibt es aktuell zwei Naturschutzgebiete. Eines befindet sich am Bubenreuther Rathsberg, das NSG „Wildnis am Rathsberg“, das zweite  im Tennenloher Forst, das NSG „Tennenloher Forst“. In beiden Naturschutzgebieten ist das Radfahren gänzlich verboten, auch auf breiten geschotterten Forststraßen. Auf Nachfragen bei der zuständigen Abteilung des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt, sowie der Regierung von Mittelfranken konnte keine hinreichende Argumentation, welche über Vorurteile hinausgeht, als Begründung dargelegt werden. Weder Gutachten noch Beobachtungsstudien liegen den Behörden als Grundlage für diese Verordnung vor. Ignoriert werden hingegen Studien, welche dem Mountainbiken die gleiche Naturverträglichkeit wie dem Wandern/Spazierengehen bescheinigen. Die Auswirkungen auf die Natur unterscheiden sich entsprechend dieser Studien nicht.
Nichtsdestotrotz ist das Verbot in den Schutzgebietsverordnungen verankert und wird aktuell insbesondere in der „Wildnis am Rathsberg“ (Gebiet linkerhand der Straße zwischen Rathsberg und Atzelsberg) massiv kontrolliert und mit einer Ordnungswidrigkeit belegt (beim ersten Verstoß amtliche Verwarnung).

Im Tennenloher Forst ist darüber hinaus mit einer zusätzlichen Verordnung das Begehen und Befahren der naturnahen Wege verboten. Abseits der geschotterten Forststraßen darf der Tennenloher Forst nicht mehr betreten werden. Begründet wird dieses sehr weitreichende Verbot mit Munitionsfunden. Davon betroffen sind zahlreiche ausgewiesene Wanderwege im Tennenloher Forst, sowie Naturdenkmäler, welche nun nicht mehr begangen werden dürfen. Eine hinreichende hinweisende Beschilderung gibt es dafür bislang nicht, da laut Eigenaussage des Landratsamtes „nicht notwendig und die Mittel dafür fehlen“.
Inwiefern ein Gebiet, welches auf Grund der Nutzung als Truppenübungsplatz und Motocrossstrecke zum Naturschutzgebiet wurde, vor dem Erholungssuchenden so weitreichend geschützt werden muss, ist ebenso fraglich wie die Gefahr von Munitionsaltlasten. Zumal die von den Erholungssuchenden genutzten schmalen Wege bereits seit Jahren wenn nicht Jahrzehnten bestehen und bislang keine Unfälle durch Munitionsaltlasten auf diesen Wegen bekannt sind.
Unter folgendem Link findest du die Schutzgebietsverordnungen, sowie die Verordnung zum Betretungsverbot im Tennenloher Forst.


Ansprechpartner für Fragen zu den Naturschutzgebieten und dem Betretungsverbot beim Landratsamt unter folgendem Link:
http://www.erlangen-hoechstadt.de/natur-artenschutz/ansprechpartnerinnen.html?barrierearm=